Zum Raum wird hier die Zeit - Raum-/Zeitverschiebungen & wie wir sie darstellen können

Schauspiel- & Kreativarbeit nach Michael Tschechow

Jürgen Larys

30.08. - 01.09.2019

Fr 18-21 Uhr, Sa/So 9.30-16.30 Uhr

Kursgebühren: 130,- €

Kursnummer: WF2-2620

„Als ich um halb zehn auf die Uhr schaute, war es erst viertel nach acht.“ Dieser Satz eines gelangweilten Kritikers bringt sarkastisch ein Phänomen auf den Punkt, das wir im Leben nur allzu gut kennen: Die Zeit ist nicht einfach nur die Zeit. Manchmal ziehen sich Minuten, Stunden quälend lang und wollen kein Ende nehmen. Manchmal rast die Zeit, und wir können tun, was wir wollen, wir kommen nicht hinterher. Selten eigentlich ist der Moment einfach nur einfach der Moment, sind der gefühlte Moment und der Moment, den unsere Uhr uns zeigt, identisch.
Ebenso verhält es sich auf dem Theater. Oft herrscht komprimierte Zeit, ein ganzes Leben spielt sich an einem Tag, in wenigen Stunden ab. Umgekehrt dehnen sich Momente fast surreal lang, so die Ereignisse kurz vor dramatischen  Höhepunkten. Und wenn in den letzten Sekunden eines Lebens der ganze Lebensfilm vor den Augen des Sterbenden abläuft, ließe sich damit ein mehrbändiger Roman füllen...
Wie aber verhält es sich mit dem Raum? In der Imagination lösen sich Räume auf, können wir Mauern durchdringen, im Nu ganze Kontinente überfliegen... Auch dies spielt im Theater eine größere Rolle, als wir uns das meist klarmachen.

An diesem Wochenende wollen wir solche Momente ausführlich untersuchen und aktiv und körperlich darüber nachdenken, was sie für unsere Theaterarbeit bedeuten und wie wir sie darstellen können. Übungen nach Michael Tschechow helfen, unseren Körper zu einem durchlässigen Instrument werden zu lassen, dass solchen feinen geistigen Regungen Ausdruck verleihen kann. Sie schulen unsere Imagination, die Grenzen des Physischen zu durchdringen und aufzulösen. Und sie verschaffen eine erhöhte Sensibilität, Raum und Zeit wahrzunehmen und diese zu verändern...

Geeignet für alle kreativ Schaffenden wie Schauspieler*innen, Sprecher*innen und Sänger*innen, Figurenspieler*innen, Tänzer*innen, Musiker*innen, Theaterpädagog*innen sowie interessierte Laien auf der Suche nach den eigenen kreativen Möglichkeiten.

Bitte mitbringen bequeme Kleidung, Stoppersocken oder rutschfeste Gymnastikschuhe